Franz Marc

Franz Marc

1880–1916 · Königreich Bayern · Expressionismus


Die Geschichte

Franz Marc fand sein Thema beinahe zufällig. In München ausgebildet und früh von östlicher Religionsphilosophie angezogen, entschied er sich ab 1910 für Tiere als zentrales Motiv und malte Pferde, Rehe und Füchse in gesättigtem Blau, Rot und Gelb – nicht um sie naturalistisch abzubilden, sondern als Symbole einer spirituellen Welt, die er für unberührt von menschlicher Verderbnis hielt. Sein 1911 entstandenes Gemälde Blaues Pferd I ist typisch dafür: ein ultramarines Tier, das vor sanften Hügeln leuchtet, Farbe als Ausdruck von Gefühl statt Beschreibung eingesetzt.

In jenem Jahr traf er den russischen Maler Wassily Kandinsky, und gemeinsam brachen sie mit der Münchner Gruppe Neue Künstlervereinigung, um den Blauen Reiter zu gründen; 1912 veröffentlichten sie einen Almanach, der zu einem der Gründungsdokumente des deutschen Expressionismus wurde. Marc und Kandinsky teilten die Überzeugung, dass Abstraktion ein spirituelles Wesen hinter den gewöhnlichen Erscheinungen offenbaren könne, und Marcs Tierbilder wurden zunehmend fragmentierter und prismatischer, je näher er diesem Ziel kam.

Er wurde bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum deutschen Heer eingezogen und am 4. März 1916 im Alter von sechsunddreißig Jahren bei Verdun von einem Granatsplitter getötet. Die deutsche Heeresführung hatte eine Liste bedeutender Künstler erstellt, die aus dem Kampfeinsatz herausgezogen werden sollten, weil sie als kulturell wertvoll galten; Marc stand darauf, doch die Versetzungsanordnung erreichte ihn nicht rechtzeitig.

Das ganze Museum in der Tasche. MuseScope ist fast da.

Werke

39 Werke