Friedrich Pacher
1440–1508 · Heiliges Römisches Reich · Spätgotik
Die Geschichte
Nur ein erhaltenes Bild trägt die Signatur von Friedrich Pacher. Es ist eine Taufe Christi von 1483, gemalt für die Heilig-Geist-Spitalkirche in Brixen in Südtirol und heute in Bayern. Alles andere unter seinem Namen, auch die beiden Werke im Belvedere, wird ihm im Vergleich mit diesem Bild zugeschrieben, und seine eigene Hand lässt sich nicht immer von der seines Umkreises trennen.
Er stammte wohl aus Neustift, dem Augustiner-Chorherrenstift bei Brixen, und begann als Mitarbeiter von Michael Pacher, dem führenden Tiroler Maler und Schnitzer von Flügelaltären. Ob die beiden verwandt waren, ist nicht bekannt. Um 1478 hatte Friedrich eine eigene Werkstatt in Bruneck, der Stadt, in der auch Michael arbeitete. Er besaß dort ein Haus, war von 1489 bis 1492 Kirchpropst und von 1503 bis zu seinem Tod 1508 Stadtrichter.
Die Stücke im Belvedere zeigen die Bandbreite einer spätgotischen Werkstatt. Eines ist ein Altarflügel, auf beiden Seiten mit dem heiligen Sebastian bemalt. Das andere, aus den 1480er Jahren, ist ein Gnadenstuhl, Gottvater mit dem gekreuzigten Sohn, zwischen dem heiligen Markus und dem heiligen Antonius Eremita, noch im originalen Rahmen.

