Giuseppe Carlo Pedretti
1697–1778 · Kirchenstaat · Barock, Rokoko
Die Geschichte
Um 1720 setzte ein junger Bologneser Maler den Philosophen Platon auf den Boden, mit Kappe und in faltigen Gewändern, sein Buch über den Staat aufgeschlagen in den Händen. Giuseppe Carlo Pedretti war damals Anfang zwanzig und arbeitete in der Werkstatt von Marcantonio Franceschini, einem der führenden Maler Bolognas, wo er bis 1729 blieb. Die Angaben des Belvedere zu dem Bild nennen außerdem einen weiteren Bologneser Maler, Giacomo Antonio Boni.
Danach folgte Pedrettis einzige lange Reise. Von 1729 bis 1732 arbeitete er in Lemberg für die polnische Adelsfamilie Rzewuski, malte Porträts und religiöse Fresken, unter anderem für die Karmelitenkirche. Zurück in Bologna trat er 1739 der städtischen Accademia Clementina bei und wurde zweimal, 1754 und 1770, zu ihrem Vorsteher gewählt. Zu seinen Schülern gehörte Anna Morandi Manzolini, die mit anatomischen Wachsmodellen berühmt wurde.
