
Hans Mielich
1516–1573 · Herzogtum Bayern · Renaissance, Manierismus
Die Geschichte
Zwischen etwa 1558 und 1570 ließ Herzog Albrecht V. von Bayern die Bußpsalmen seines Hofkomponisten Orlando di Lasso in zwei gewaltige Pergamentbände abschreiben, und Hans Mielich malte sie aus. Seite um Seite folgen seine Miniaturen, Bordüren und Bildnisse, und auf einem Blatt erscheint Lasso selbst inmitten der Musiker des Hofes. Die beiden Bände gehören zu den größten Schätzen der Bayerischen Staatsbibliothek in München.
Mielich, dessen Name auch Muelich geschrieben wird, kam 1516 in München als Sohn eines Stadtmalers zur Welt. In den 1530er Jahren arbeitete er in Regensburg, wo er die Kunst Albrecht Altdorfers kennenlernte, des führenden Malers der Stadt. 1541 ging er nach Rom, 1543 wurde er in die Münchner Malerzunft aufgenommen. Ab 1552 zeichnete er für den Hof Stück für Stück den Schmuck der Herzogin Anna, der Gemahlin des Herzogs, und er malte Münchens Patrizier, ernste Gesichter über Pelz und schwarzem Tuch.
Sein letzter großer Auftrag war der Hochaltar des Liebfrauenmünsters in Ingolstadt, der bayerischen Universitätsstadt, vollendet 1572 zum hundertjährigen Bestehen der Universität. Im Jahr darauf starb er in München.
