
Ivan Mrkvička
1856–1938 · Tschechoslowakei · Akademische Kunst, Realismus, Moderne Kunst
Die Geschichte
1881 nahm ein junger tschechischer Maler namens Jan Václav Mrkvička eine Einladung der Regierung von Ostrumelien an, jener kurzlebigen autonomen Provinz im Süden des heutigen Bulgariens, und kam nach Plowdiw, um Zeichnen zu unterrichten. Er ging nie wirklich wieder fort. Die Bulgaren kannten ihn als Iwan Mrkwitschka, und er wurde einer der Begründer ihrer modernen nationalen Malerei.
Plowdiw gab ihm seine Sujets. Er malte den überfüllten Markt und die Straßenhändler in Bildern wie Der Markt von Plowdiw und Zigeunerfest, die das Alltagsleben der Stadt in den 1880er Jahren festhielten. Er verkehrte im Kreis des Schriftstellers Iwan Wasow, den man oft den Patriarchen der bulgarischen Literatur nennt, und anderer führender Köpfe der Kultur der jungen Nation.
1889 ließ sich Mrkwitschka in Sofia nieder, und 1896 gehörte er zu den Gründern der Nationalen Kunstakademie, die er danach mehr als 20 Jahre leitete. Seine großen ethnografischen Szenen von Ritualen und Dorffesten, darunter der wirbelnde Volkstanz der Ratscheniza, wurden zu einigen der bekanntesten Bilder bulgarischen Brauchtums. 1921 kehrte er in die Tschechoslowakei zurück und verbrachte seine letzten Jahre mit Porträtmalerei, ehe er 1938 starb.


