
Jacopo Tintoretto
1518–1594 · Republik Venedig · Manierismus
Die Geschichte
Im Mai 1564 lud die Bruderschaft San Rocco in Venedig mehrere etablierte Maler, darunter Tintoretto, ein, Entwürfe für ein Deckengemälde einzureichen; der Sieger sollte durch Abstimmung der Mitglieder bestimmt werden. Tintoretto reichte keinen Entwurf ein. Über Nacht ließ er stattdessen eine Leinwand in voller Größe malen, den Heiligen Rochus in Glorie, und direkt in den Deckenrahmen einsetzen, noch bevor die übrigen Bewerber überhaupt eintrafen, um ihre Entwürfe vorzustellen.
Als der Vorstand der Bruderschaft einwandte, das sei nicht das, worum man gebeten habe, entgegnete Tintoretto, dies sei in Wahrheit sein Entwurf, nur eben fertiggestellt, und bot ihn der Scuola als Geschenk an, da deren eigene Statuten sie verpflichteten, jede Spende an ihren Schutzheiligen anzunehmen. In der Falle ihrer eigenen Regeln gefangen, behielt der Vorstand das Gemälde – und behielt auch Tintoretto.
Die nächsten zwei Jahrzehnte, von 1564 bis in die späten 1580er Jahre, füllte er Wände und Decken des Gebäudes mit mehr als 50 Leinwänden zum Leben Christi und des Heiligen Rochus, wofür er ein festes Jahresgehalt statt Auftragshonorare erhielt – so konnte er das gesamte Gebäude als ein einziges fortlaufendes Projekt behandeln statt als Einzelaufträge. Tintoretto starb 1594 in Venedig, nicht lange nachdem er das letzte Gemälde des Zyklus vollendet hatte, ein gewaltiges Paradies für den Dogenpalast, damals das größte je auf Leinwand gemalte Ölbild.
Werke
83 Werke
Die Vision des heiligen NikolausJacopo Tintoretto, 1582
Die Anbetung des goldenen KalbesJacopo Tintoretto, 1563
Grablegung ChristiJacopo Tintoretto, 1543
Porträt des Marcantonio BarbaroJacopo Tintoretto, 1593
Die VerkündigungJacopo Tintoretto, 1577
Der Leichnam des heiligen Markus wird von den Christen fortgetragenJacopo Tintoretto
Die KreuzigungJacopo Tintoretto, 1550
Die Versuchung des heiligen AntoniusJacopo Tintoretto, 1577