
Jean Clouet
1541 · Frankreich · Französische Renaissance
Die Geschichte
Das Gesicht des französischen Königs Franz I. kennen wir vor allem durch Jean Clouet, und doch wissen wir über Clouet selbst fast nichts Gesichertes. Kein signiertes Gemälde von ihm ist erhalten, Geburtsdatum und Geburtsort sind bloß vermutet, und Fachleute streiten bis heute, welche Bilder wirklich von seiner Hand sind.
Was die Quellen dagegen zeigen, ist sein Rang. Er stammte aus den alten burgundischen Niederlanden und war um 1516, im Jahr der Thronbesteigung Franz' I., Maler am französischen Hof. Ab 1523 bekleidete er das Amt eines Kammerdieners, eine besoldete Stellung von der Art, wie man sie den führenden Dichtern und Gelehrten gewährte. Seine Aufgabe war im Grunde, das Bild eines mächtigen jungen Königs zu formen und zu verbreiten.
Heute schreibt man ihm etwa zehn bis fünfzehn Bildnisse zu, dazu eine Reihe von Kreidezeichnungen, geschätzt dafür, mit wenigen Strichen eine Ähnlichkeit zu treffen. Sein Sohn François Clouet übernahm das Amt und wurde mindestens ebenso berühmt, sodass man die beiden oft verwechselt. Jeans Bildnis Franz' I. in weiß-schwarz gestreiftem Satin mit Goldstickerei, heute im Louvre, ist das Bild, das den König im Gedächtnis festgeschrieben hat.

