
Joachim Patinir
1480–1524 · Südliche Niederlande · Renaissance, Flämische Renaissance, Nordische Renaissance
Die Geschichte
Vor Joachim Patinir war die Landschaft in der europäischen Malerei meist bloße Kulisse. Er machte sie zur Hauptsache. In seinen Tafeln breitet sich eine weite, panoramische Welt aus, zerklüftete blaugraue Felsen, gewundene Flüsse, ein Horizont, der sich in die Ferne auflöst, während die religiöse Erzählung, eine Flucht nach Ägypten oder eine Taufe, auf ein paar kleine Figuren in einer Ecke schrumpft.
Er arbeitete im frühen 16. Jahrhundert in Antwerpen, und diese neue Art Bild, später Weltlandschaft genannt, sollte die flämische Malerei ein Jahrhundert lang prägen. Albrecht Dürer traf ihn auf einer Reise in die Niederlande, lobte ihn herzlich und nannte ihn den guten Landschaftsmaler.
Weil er so winzige Figuren in seiner ausgreifenden Szenerie aussetzte, machten spätere Autoren daraus einen Beinamen. Nur wenige Bilder sind sicher von seiner Hand, da er selten signierte.


