Johannes Jelgerhuis

Johannes Jelgerhuis

1770–1836 · Königreich der Niederlande · Romantik


Die Geschichte

Wer Johannes Jelgerhuis' Gemälde einer Buchhandlung am Vijgendam in Amsterdam betrachtet, meint in eine Theaterkulisse zu blicken. Die Regale fluchten in steiler Perspektive in die Tiefe, auf dem Boden steht eine Druckerpresse, und die offene Ladenfront rahmt einen Blick auf die Stadt wie einen gemalten Bühnenprospekt. Dafür gibt es einen einfachen Grund. Jelgerhuis stand einen großen Teil seines Lebens selbst auf der Bühne.

Er wurde 1770 im friesischen Leeuwarden geboren und lernte das Malen bei seinem Vater Rienk, ebenfalls Maler, und bei dem Dekorationsmaler Pieter Barbiers. Im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts kam er an die Stadsschouwburg, das Amsterdamer Stadttheater, wo er ein bekannter Charakterdarsteller wurde und nebenbei Kostüme und Bühnenbilder entwarf. Das Malen gab er nie auf. Es entstanden Porträts, Stadtansichten und Kircheninterieurs in der Art von Saenredam, dem Meister der weiß getünchten holländischen Kirchen des 17. Jahrhunderts.

Die 1820 gemalte Buchhandlung gehörte Pieter Meijer Warnars, Buchhändler, Verleger und Drucker, in dessen Laden sich die kulturelle Elite Amsterdams traf. Jelgerhuis unterrichtete am Theater auch junge Schauspieler, und 1827 veröffentlichte er seine Lektionen über Gestik und Mimik mit 95 Abbildungen von Bühnenposen. Er starb 1836 in Amsterdam, und das Buchhandlungsbild kam 1878 als Vermächtnis der Familie Meijer Warnars ins Rijksmuseum.

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Werke

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