Johannes Torrentius

1589–1644 · Republik der Vereinigten Niederlande · Niederländisches Goldenes Zeitalter, Barock


Die Geschichte

Um 1913 tauchte in Enschede, einer Stadt im Osten der Niederlande, eine runde Holztafel auf, die als Deckel eines Rosinenfasses gedient hatte. Bei der Reinigung im Rijksmuseum kamen ein Monogramm und die Jahreszahl 1614 zum Vorschein. Es war ein Stillleben von Johannes Torrentius, das einzige Gemälde von ihm, das bekanntermaßen erhalten ist.

Auf einem Bord stehen eine zinnerne Weinkanne, ein Glas und ein irdener Wasserkrug, darüber hängt ein Zaumzeug, daneben liegt ein Notenblatt mit einem Vers über das rechte Maß. Das Museum deutet das Bild als Allegorie der Mäßigung, als Mahnung, den Wein mit Wasser zu verdünnen. Sein Maler hatte einen ganz anderen Ruf. Als Johannes Symonsz van der Beeck in Amsterdam geboren, wurde er in Haarlem reich und berühmt, und Constantijn Huygens, der Sekretär des Statthalters, hielt ihn für den besten Stilllebenmaler seiner Zeit. Seine Technik hielt er geheim.

1627 wurde er in Haarlem verhaftet, weil man ihn verdächtigte, zu den Rosenkreuzern zu gehören, einer verschwiegenen Bruderschaft, die die niederländischen Behörden beunruhigte. Er wurde gefoltert, und der Haarlemer Chronist Samuel Ampzing beschrieb, wie man ihn in Eisen schloss und mit Gewichten behängte. Im Januar 1628 verurteilte man ihn wegen Gottlosigkeit, Gotteslästerung und anstößigen Lebenswandels zu 20 Jahren Haft, und die meisten seiner Bilder wurden vermutlich vernichtet. Karl I. von England, der seine Kunst schätzte, bat den Statthalter Friedrich Heinrich um seine Freilassung, und 1630 ging Torrentius nach England. Das eingebrannte Besitzzeichen Karls I. befindet sich bis heute auf der Rückseite dieser Tafel. 1642 kehrte er nach Amsterdam zurück, wo er 1644 starb.

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Werke

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