
Emblematisches Stillleben mit Kanne, Glas, Krug und Zaumzeug
Details
Die Geschichte
Im selben Jahr 1614, das auf dieser runden Tafel steht, erschien in Amsterdam das Buch „Sinnepoppen“ des Dichters Roemer Visscher. Es verband Alltagsdinge mit kurzen Lebenslehren, und solche Emblembücher waren in der niederländischen Republik sehr beliebt. Torrentius malt dasselbe Spiel.
Unten liegt ein Blatt mit zwei Notenzeilen und einem Vers, den das Rijksmuseum sinngemäß so übersetzt: Was außer Maß besteht, vergeht im maßlosen Übel. Das niederländische Wort maat heißt Takt und zugleich Mäßigung, das Lied handelt also selbst vom Maßhalten. Zwischen der Zinnkanne und dem Steinzeugkrug steht ein Römer mit Weißwein. Darüber hängt ein Zaumzeug, mit dem man ein Pferd zügelt, seit langem ein Sinnbild der Selbstbeherrschung. Auf seiner eisernen Trense sitzen Monogramm und Jahreszahl des Malers.