
Karl Pärsimägi
1902–1942 · Estland · Fauvismus
Die Geschichte
Karl Pärsimägi stammte von einem Bauernhof im Dorf Oe im Kreis Võru in Südestland, und das ländliche Leben blieb eines seiner Themen. Bauernhaus mit Ofen, 1935 gemalt und heute im Kunstmuseum Tartu, ist eines dieser Bilder, gemalt in den kräftigen fauvistischen Farben, die ihm den Beinamen „estnischer Matisse“ eintrugen.
Als Sohn eines wohlhabenden Bauern kämpfte er 1919 im Estnischen Freiheitskrieg und schrieb sich danach gegen den Willen seines Vaters an der Pallas ein, der Kunstschule in Tartu, die die moderne Malerei nach Estland brachte. Der Landschaftsmaler Konrad Mägi gehörte zu seinen Lehrern. 1937 bezahlte ihm der Vater, der sich inzwischen mit seiner Berufswahl versöhnt hatte, den Umzug nach Paris, wo er an der Académie Colarossi studierte.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieb er in Paris und kehrte nicht nach Estland zurück, das die Sowjetunion 1940 besetzte. Die Gestapo verhaftete ihn in Paris aus bis heute ungeklärten Gründen, denn er war kein Jude, und brachte ihn über das Lager Drancy nach Auschwitz, wo er im Juli 1942 starb. Die sowjetischen Behörden verweigerten seinem Werk die offizielle Anerkennung, und das Interesse daran kehrte nach der Unabhängigkeit Estlands 1991 zurück.
