Louis Finson

Louis Finson

1617 · Südliche Niederlande · Caravaggismus, Barock, Nordischer Caravaggismus


Die Geschichte

Als der Maler Caravaggio im Juni 1607 Neapel verließ, noch immer auf der Flucht vor einer Mordanklage in Rom, ließ er zwei seiner Gemälde in einer Werkstatt zurück, die sich zwei flämische Maler teilten, Louis Finson und sein Geschäftspartner Abraham Vinck. Das eine war die Rosenkranzmadonna, ein großes Altarbild. Das andere war eine Judith, die Holofernes enthauptet. Finson kannte Caravaggio in Neapel persönlich und gehörte zu den ersten Künstlern aus dem Norden, die in seiner Art malten, mit hartem Licht, das aus dem Dunkel auf Gesichter und Hände fällt.

Die Judith in unserem Katalog, datiert 1607 und heute in den Gallerie d'Italia an der Via Toledo in Neapel, ist Finsons Fassung dieser Komposition. Caravaggios eigene Judith aus jenen Jahren ist verschollen, und so stellen sich die Forscher sie anhand solcher Kopien vor. 2014 tauchte auf einem Dachboden in Toulouse eine weitere Judith auf, und die Fachleute streiten bis heute, ob es Caravaggios verlorenes Original oder eine frühere Fassung von Finson ist. Das Bild wurde 2019 kurz vor einer geplanten Auktion privat verkauft.

Finson selbst blieb nirgends lange. Geboren in Brügge, irgendwann zwischen 1574 und 1580, zog er von Neapel weiter nach Rom und 1613 nach Marseille, malte Altarbilder für Kirchen in Aix-en-Provence, Arles und Montpellier und kam schließlich nach Paris. 1616 war er in Amsterdam, wo sich Vinck mit den beiden Caravaggios niedergelassen hatte. Im September 1617 setzte Finson sein Testament auf und vermachte Vinck seinen Anteil an beiden Bildern, und am 1. Oktober wurde er in der Oude Kerk beigesetzt, der ältesten Kirche der Stadt.

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Werke

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