Lydos der Sklave
Antikes Griechenland · archaische griechische Kunst
Die Geschichte
Um 520 v. Chr. schrieb ein Maler in Athen seinen Namen auf eine kleine schwarzfigurige Schale und nannte sich dabei einen Sklaven. Die Worte lauten „Lydos hat gemalt, ein Sklave“, und was danach folgt, ist unklar. Vielleicht steht dort, wessen Sklave er war, oder dass er aus einem Ort namens Myrina stammte.
Lydos bedeutet „der Lyder“, nach Lydien im Westen Kleinasiens, und so hieß auch ein bekannterer athenischer Maler, der eine Generation früher tätig war. Die Villa Giulia betrachtet die beiden als Namensvettern. Solche Namen deuten darauf hin, dass in den Töpfereien Athens Fremde arbeiteten, manche von ihnen unfrei. Eine bislang unbestätigte Hypothese sieht in diesem Lydos einen Etrusker, der sich in Athen niedergelassen hatte. Seine Zeichnung steht stellenweise etruskischen Malern nahe, und in Athen war bereits die Überlieferung verbreitet, die Etrusker stammten von den Lydern ab.
