Meister des Andreasaltars

Heiliges Römisches Reich · Spätgotik


Die Geschichte

1885 wurde ein Altar des Apostels Andreas aus der Neuklosterkirche in Wiener Neustadt, einer Stadt südlich von Wien, in den Wiener Stephansdom gebracht. Er entstand vor 1440, zeigt Andreas auf der Mitteltafel und gab einem Maler, den bis heute niemand identifizieren konnte, seinen Notnamen, Meister des Andreasaltars. Er arbeitete etwa zwischen 1430 und 1450 in Wien.

Die Forschung sieht in seinem Werk den Moment, in dem der anmutige, fließende Weiche Stil der Zeit um 1400 härter und fester wurde. Seine Figuren haben schwerere Körper und lebensnähere Gebärden, und Landschaft und Hintergrund schildert er sorgfältig im Detail. Stilistisch steht er einem anderen anonymen Wiener Maler nahe, dem Meister der St. Lambrechter Votivtafel.

Das Belvedere besitzt zwei Tafeln eines Passionsaltars, die ihm zugeschrieben werden, die Gefangennahme Christi und die Verspottung Christi, um 1450 auf Tannenholz gemalt. Auch sie stammen aus dem Neukloster in Wiener Neustadt und nahmen einen weiten Umweg. Der ungarische Sammler Miklós Jankovich brachte sie nach Budapest, sie gingen durch die ungarischen Nationalsammlungen, 1933 erwarb sie das Kunsthistorische Museum in Wien, und 1953 kamen sie ins Belvedere.

Tausende weitere Geschichten in der App.

Werke

2 Werke