
Matthäus Merian
1621–1687 · Schweiz, Heiliges Römisches Reich · Barock
Die Geschichte
Man verwechselt ihn oft mit seinem Vater, dem Basler Kupferstecher, dessen Vogelschauansichten europäischer Städte in halb Europa die Kupferstichkabinette füllen. Dies ist der Sohn, 1621 in Basel geboren und auf denselben Namen getauft, der den Pinsel den Kupferplatten der Familie vorzog.
Mit 18 arbeitete er in London im Atelier von Anthonis van Dyck, dem flämischen Meister, der damals den englischen Hof malte, und diese große Bildnismanier blieb ihm. Später war er beim Friedenskongress in Nürnberg, wo die Bedingungen für das Ende des Dreißigjährigen Krieges ausgehandelt wurden, jenes langen Religionskrieges, der Mitteleuropa verwüstet hatte, und er porträtierte die beteiligten Gesandten.
Nach dem Tod des Vaters 1650 kehrte er nach Frankfurt zurück und führte mit seinem Bruder Caspar den Verlag der Familie weiter, brachte weitere Bände der Topographia heraus, jener großen bebilderten Beschreibung deutscher Städte. Seine letzten Jahre verbrachte er wieder in dem Gewerbe, das er einst verlassen hatte, und starb 1687.
