Michael Neder

1807–1882 · Kaisertum Österreich · Biedermeier


Die Geschichte

1836 malte Michael Neder die Einquartierung von Husaren, Soldaten der leichten Kavallerie, bei Zivilisten und die Morgentoilette eines Mädchens. Beide Bilder hängen heute im Belvedere, und beide zeigen, was er sein Leben lang malte, die einfachen Leute aus den Dörfern am Rand Wiens, ohne Sentimentalität und ohne Moral.

Er stammte aus einer Schuhmacherfamilie in Oberdöbling, damals ein Dorf vor der Stadt, und lernte das Handwerk seines Vaters. Als Junge fiel er beim Zeichnen auf der Straße auf und studierte danach etwa sieben Jahre an der Wiener Akademie. Trotzdem verlor er das Vertrauen in sich und kehrte 1831 zum Schuhmachen zurück. Um 1834 überredeten ihn der Miniaturmaler Moritz Daffinger und der Tiermaler Friedrich Gauermann, wieder zu malen, und dabei blieb er. Die Wiener nannten ihn den Schustermaler.

Seine Motive waren Kutscher, Fleischhauer, Dienstboten, Wirtshäuser und Kirtage. Er verflachte und vereinfachte seine Figuren, und in der Heimkehr der Herde von 1844 sah das Belvedere Züge, die erst im Realismus der Zwischenkriegszeit eine moderne Entsprechung fanden. Er verdiente nie viel und starb 1882 verarmt. 2013 widmete ihm das Belvedere seine erste große Museumsausstellung mit rund 60 Werken, unter dem Titel Ohne Kompromisse.

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Werke

3 Werke