
Michiel Coxie
1592 · Habsburgische Niederlande · Nordische Renaissance
Die Geschichte
In den spaeten 1550er Jahren begehrte Koenig Philipp II. von Spanien den Genter Altar, das grosse vielteilige Werk, das die Brueder Van Eyck 1432 vollendet hatten, und er konnte das Original nicht einfach an sich nehmen. Also liess er Michiel Coxcie kommen und bat ihn, das Ganze neu zu malen. Coxcies Fassung ist die aelteste vollstaendige Kopie des Polyptychons, und sie erlaubte dem Koenig, einen eigenen Genter Altar nach Madrid mitzunehmen.
Diesen Auftrag verdiente sich Coxcie in einer langen Laufbahn. Spanische Zeitgenossen nannten ihn den flaemischen Raffael, nach dem Jahrzehnt, das er in Italien mit dem Studium Raffaels, Michelangelos und der Antike verbracht hatte, was seine flaemische Schulung zur roemischen Grandezza hin zog. Er wurde Hofmaler Kaiser Karls V. und dann Philipps und arbeitete an Altaerbildern, Bildnissen, Wandteppichen und Glasfensterentwuerfen.
Er malte bis ins hohe Alter. Der Ueberlieferung nach starb Coxcie 1592, Anfang neunzig, nach einem Sturz von einem Geruest, waehrend er an einem Bild arbeitete.


