
Osman Hamdi Bey
1842–1910 · Osmanisches Reich · Orientalismus, Akademische Kunst, Realismus
Die Geschichte
Osman Hamdi Bey trug im späten Osmanischen Reich mehrere Hüte, und einer davon war der des Malers. Seine bekannteste Leinwand, 'Der Schildkrötendresseur', zeigt einen alten Mann in rotem Gewand über Schildkröten auf dem Boden, ein Bild, das oft als hintergründiger Kommentar zum langsamen Werk der Reform eines alten Staates gelesen wird.
Zum Jurastudium nach Paris geschickt, kam er als ausgebildeter Maler zurück und, folgenreicher noch, als Archäologe und Verwalter. Er gründete und leitete das Kaiserliche Museum in Istanbul, setzte das erste osmanische Gesetz durch, das Altertümer im Land halten sollte, und grub die Königsgräber von Sidon aus, die dem Museum seinen berühmten Alexandersarkophag brachten.
Seine Gemälde stellen würdevolle osmanische Gestalten in genau wiedergegebene, gekachelte Innenräume, gegen den bequemen Exotismus europäischer Orientalisten. Mehrere hängen heute in den Museen, die er mit aufbauen half.

