Papyrus-Maler

Antikes Griechenland · mykenische Kunst


Die Geschichte

Papyrus ist eine Pflanze der Nilsümpfe, auf dem griechischen Festland wächst er nicht wild. Trotzdem setzte ein Vasenmaler in der Argolis, der Ebene von Mykene und Tiryns, in den Jahrzehnten um 1300 v. Chr. immer wieder Papyrus auf seine großen Weinmischgefäße, stilisierte Stängel mit fächerförmigen Dolden zwischen Stieren, die hintereinander schreiten. Diese Gewohnheit gab ihm seinen Namen. In einem 1962 erschienenen Aufsatz zeigte der griechische Archäologe Seraphim Charitonidis, dass das Fragment eines Kraters mit einem Stier zwischen Papyrus von derselben Hand bemalt worden war wie ein Krater im Louvre, und er nannte den unbekannten Künstler den mykenischen Papyrus-Maler.

Er gehört zum sogenannten Bildstil, mykenischer Keramik, die nicht nur mit Mustern, sondern mit Tieren, Wagen und Menschen bemalt ist. Große Kratere dieser Art wurden in der Argolis hergestellt und nach Osten verschifft, und auf Zypern fand man so viele davon, dass die Forschung sie lange für zyprische Arbeiten hielt, bis Tonanalysen sie auf die Peloponnes zurückführten. Auch für den Papyrus suchte Charitonidis die Erklärung im Osten. Er brachte den Stier im Schilf mit ägyptischen Darstellungen der Hathor in Verbindung, der Göttin, die als Kuh im Papyrusdickicht erscheint.

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Werke

1 Werk