Philipp Ferdinand de Hamilton
1664–1750 · Spanische Niederlande, Heiliges Römisches Reich · Barock
Die Geschichte
1716 erwarb Prinz Eugen von Savoyen, der habsburgische Feldherr, neben seinem Palais am Belvedere in Wien Grund für eine Menagerie nach dem Vorbild jener Ludwigs XIV. in Versailles. Löwen, Luchse, Strauße, Affen, Löffler und Perlhühner lebten dort, und der Prinz ließ sie von Malern festhalten. Einer der wichtigsten war Philipp Ferdinand de Hamilton.
Hamilton wurde in Brüssel geboren, als Sohn von James Hamilton, einem schottischen Stilllebenmaler, der sich dort niedergelassen hatte. Auch seine Brüder Johann Georg und Karl Wilhelm wurden Maler, und Johann Georg arbeitete ebenfalls in Wien. Philipp Ferdinand war dort von 1705 bis zu seinem Tod 1750 kaiserlicher Hofmaler, bekannt für Tierstücke und Jagdszenen.
Sein Perlhuhn und Nasenbär von 1722 gehört in die Zeit der Menagerie. Ein Jahr später malte er Vier Geier verschiedener Art, ein Gruppenbildnis von Vögeln, die das Museum als Mönchsgeier, jungen und alten Gänsegeier und Königsgeier bestimmt. Es entstand für die Ausstattung von Eugens Paradeschlafzimmer im ersten Stock des Oberen Belvedere, desselben Palais, in dem es heute hängt.

