Tobias Stimmer
1539–1584 · Schweiz · Nordische Renaissance, Manierismus
Die Geschichte
Steht man im Straßburger Münster und blickt zur hoch aufragenden astronomischen Uhr empor: das bemalte und geschmückte Gehäuse um all die Zifferblätter und beweglichen Figuren entwarf ein Schweizer Künstler aus Schaffhausen namens Tobias Stimmer. Zwischen 1571 und 1574 holte der Mathematiker Conrad Dasypodius, der das Uhrwerk baute, Stimmer hinzu, um der Maschine ihr äußeres Gesicht zu geben und den ganzen Bau in Gemäldetafeln zu hüllen.
Zu Hause hatte sich Stimmer bereits einen Namen gemacht. 1568 überzog er die Vorderseite eines Schaffhauser Hauses, des Hauses zum Ritter, mit einer riesigen Fassade gemalter antiker Szenen, einem der großartigsten Werke seiner Art in der Schweiz jener Zeit. Er war auch eine unermüdliche Hand für die Druckpressen und lieferte Holzschnittentwürfe von Bibelgeschichten und Bildnissen für Verleger in Frankfurt und Straßburg.
Er war ein Renaissancekünstler, der genau dort arbeitete, wo am Rhein die deutsche und die französische Welt aufeinandertrafen, und er starb 1584 in Straßburg, erst 44 Jahre alt. Das von ihm entworfene Uhrengehäuse steht noch, über die Jahrhunderte mit neuen Werken erneuert, doch in der Gesamtgestalt, die er ihm gab.

