Vincenzo Campi

Vincenzo Campi

1536–1591 · Herzogtum Mailand · Spätrenaissance, Flämischer Stil, Realistische Genremalerei


Die Geschichte

Vier große Leinwände voller Lebensmittel hängen in der Brera beieinander. Ausgelegte Fische, ein Geflügelstand, an dem ein Junge eine Gans am Hals gepackt hat, eine Küche in vollem Betrieb, eine junge Frau hinter einem Berg von Obst. Vincenzo Campi malte sie um 1580. Die nächsten zwei Jahrhunderte blieben sie bei Cremona, im Gästetrakt des Hieronymitenklosters bei San Sigismondo, wo die Inventare des Hauses sie ab 1718 aufführen. Nach Mailand kamen sie 1809, als die napoleonische Verwaltung die Ordenshäuser der Lombardei aufhob und deren Bestände in der Brera zusammengeführt wurden.

Campi stammte aus der arbeitsreichsten Malerfamilie Cremonas. Sein Vater Galeazzo und seine älteren Brüder Giulio und Antonio versorgten die Kirchen der Stadt mit Altarbildern, und Vincenzo tat das auch. Neu war bei ihm das Marktbild, eine Idee aus Antwerpen, wo die flämischen Maler Pieter Aertsen und Joachim Beuckelaer Fleisch, Fisch und Gemüse über den Vordergrund häuften, während die heilige Geschichte klein dahinter zurückblieb. Campi behielt die Waren und ließ die Geschichte weg.

Der Augsburger Bankier Hans Fugger wollte dasselbe für den Speisesaal seines Schlosses Kirchheim in Bayern und bestellte einen Satz von fünf Bildern, die Campi 1580 und 1581 signierte und datierte. Diese Leinwände hängen noch im Schloss, und über sie bekamen die vier Bilder der Brera ihren Urheber zurück. In Mailand liefen sie lange unter den Namen der Brüder Giulio und Antonio, bis die signierte deutsche Folge auftauchte. Welche der beiden Serien zuerst entstand, wird bis heute diskutiert.

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Werke

5 Werke