
Willem Claesz. Heda
1594–1680 · Republik der Sieben Vereinigten Niederlande · Niederländisches Goldenes Zeitalter, Stilllebenmalerei
Die Geschichte
Im Haarlem der 1620er Jahre erschien eine neue Art des Stilllebens auf dem Markt, und Willem Claesz. Heda war einer der beiden Männer, die sie erfanden. Er malte eine halb beendete Mahlzeit in fast einer einzigen Farbe: Zinn, Glas und Silber, ausgebreitet in silbrigen Grautönen und weichen Brauns, wobei das Licht die ganze Arbeit tut. Wo frühere Stillleben den Tisch mit leuchtenden Früchten und Blumen füllten, bleiben seine still und beinahe monochrom.
Man nannte diese Bilder Frühstücksstücke, auf Niederländisch ontbijtjes, und Heda baute daraus eine ganze Tradition auf, zusammen mit seinem Haarlemer Nachbarn Pieter Claesz. Betrachtet man ein typisches Heda-Bild, findet man einen umgestürzten Silberpokal, ein hohes Weinglas namens Römer, eine halb geschälte Zitrone mit spiralig herabhängender Schale, Austern, ein an den Tischrand geschobenes Messer. Nichts ist ordentlich. Die Mahlzeit ist eben unterbrochen worden.
Geboren um 1594, arbeitete er fast sein ganzes Leben in Haarlem, ausschließlich als Stilllebenmaler, und starb dort um 1680. Seine Bilder verkauften sich schon zu Lebzeiten weit über die Republik der Vereinigten Niederlande hinaus, so sehr, dass der Maler Rubens in Antwerpen zwei seiner Frühstücksstücke besaß.



