Werkstatt des Meisters von Pulkau
Heiliges Römisches Reich · Donauschule
Die Geschichte
Die Vision des heiligen Bernhard im Belvedere stammt aus Lilienfeld, einem Zisterzienserstift in Niederösterreich, wo sie bis 1935 blieb. Das Thema passte zum Haus. Bernhard von Clairvaux, der Abt des 12. Jahrhunderts, war der große Heilige des Zisterzienserordens, und die Tafel von etwa 1510 zeigt eine der Visionen, die ihm die Überlieferung zuschreibt. Das Belvedere ordnet sie der Werkstatt des Meisters von Pulkau zu.
Dieser Meister ist ein Notname für eine unbekannte Hand der Donauschule, jener Maler aus dem Donauraum um 1500, die für ihre ausdrucksstarken Landschaften bekannt sind. Benannt ist er nach dem Flügelaltar von etwa 1515 in der Heiligblutkirche von Pulkau nördlich von Wien, der geöffnet rund 10 Meter hoch ist. Die Forschung diskutiert bis heute, ob sein Tafelmaler dieselbe Person ist wie der Historia-Meister, der anonyme Illustrator einer Chronik der Kaiser Friedrich III. und Maximilian. Die Vision des heiligen Bernhard kam 1977 als Geschenk einer Londoner Sammlerin ins Belvedere.
