
Zoltán Palugyay
1898–1935 · Tschechoslowakei · Moderne
Die Geschichte
Im September 1935 brach der Maler Zoltán Palugyay allein in die Niedere Tatra auf, das Gebirge in der Mitte der Slowakei, und kehrte nie zurück. Er war 36 Jahre alt. Erst im Juli 1936 fand ein Hirte seine sterblichen Überreste am Hang unterhalb der Štefánik-Hütte, nahe dem Gipfel des Ďumbier, und wie er ums Leben kam, ist bis heute ungeklärt.
Palugyay, den seine Freunde Zolo nannten, stammte aus einer verarmten Kleinadelsfamilie in Bodice, einem Dorf, das heute zur Stadt Liptovský Mikuláš gehört. Seine Ausbildung führte ihn quer durch Mitteleuropa, von der Akademie in Budapest nach Krakau und Berlin und schließlich nach München. Dort lernte er von 1924 bis 1926 an der Privatschule von Hans Hofmann, dem gebürtigen Deutschen, der später in New York eine Generation abstrakter Maler unterrichtete. Palugyay erprobte Impressionismus, Symbolismus und Fauvismus, bevor er zu einem kräftigen Expressionismus mit blockhaften, fast kubistischen Formen fand. Auch der ältere Landschaftsmaler László Mednyánszky beeinflusste ihn stark.
Wieder daheim in der Region Liptau griff er immer wieder dieselben Motive auf, Dorfhäuser, Bergfelder und Stillleben, und die Bauernhäuser verstand er als Bild für das Schicksal seines Volkes. Ab 1930 stellte er in der Mittelslowakei zusammen mit zwei Malern seiner Generation aus, Miloš Alexander Bazovský und Janko Alexy. Heute gilt er als eine der Gründerfiguren der modernen slowakischen Malerei. Eine seiner Landschaften mit Blumen, datiert 1930, gehört der Slowakischen Nationalgalerie in Bratislava.
