Mann und Frau am Virginal

Mann und Frau am Virginal


Details

Künstler
Gabriel Metsu
Jahr
1665
Technik
Öl auf Eichenholz
Gattung
Gemälde
Maße
38,4 × 32,2 cm

Die Geschichte

Auf dem Virginal in diesem Raum stehen zwei lateinische Psalmverse. Auf dem Deckel »Auf dich, Herr, traue ich, lass mich nimmermehr zuschanden werden«, auf der Leiste über den Tasten »Alles, was Odem hat, lobe den Herrn«. Fromme Worte in einer Szene, die offenbar in eine andere Richtung läuft.

Die junge Frau am Instrument reicht dem Mann neben ihr ein Notenblatt, beide mit gesenktem Blick. Er antwortet mit einem Glas Wein. Seine Geige liegt auf dem Tisch, und ein Bogen ist nirgends zu sehen. An der Wand hinter ihnen hängt, halb von einem Vorhang verdeckt, ein Bild von Metsu selbst, ein Dreikönigsfest, das heute in München ist. Dort feiert ein Zecher mit Papierkrone den 6. Januar, den lauten Abschluss der Weihnachtszeit. Das Glas in der Hand des jungen Mannes wiederholt das Glas im Bild. Holländische Käufer um 1665 kannten diese Mischung gut, in der auf derselben kleinen Tafel Tugend gepredigt und ein wenig Verführung zum Schmunzeln vorgeführt wird.

Dasselbe Instrument taucht auch auf anderen Bildern Metsus auf, er hatte also vielleicht ein echtes Virginal als Vorlage.

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