
Frau am Tisch und Mann, der eine Violine stimmt
Details
Die Geschichte
Im Dezember 1770 entließ Ludwig XV. seinen leitenden Minister, den Herzog von Choiseul, und verbannte ihn auf sein Landgut Chanteloup. 1772 wurden Choiseuls Gemälde in Paris versteigert, und dieses kleine holländische Interieur war darunter. Später gehörte es Talleyrand, Napoleons Außenminister, bevor es nach England in die Sammlung des Premierministers Sir Robert Peel kam.
Was sie besaßen, ist ein Zimmer um 1658. Eine Frau in leuchtend rotem Mieder sitzt am Tisch, vom Fensterlicht getroffen, Noten auf dem Schoß. Sie blickt nach oben, die Lippen leicht geöffnet, als summe sie leise vor sich hin. Hinter ihr stimmt ein Mann eine Geige und sieht uns direkt an. Auf dem Tisch liegt eine Gambe, und wer von beiden sie spielt, bleibt offen. Auf dem Fensterbrett lehnt ein Spiegel, und den Kaminsims trägt ein geschnitzter Atlas, ein Stück Ausstattung, das sich nur ein reiches Haus leisten konnte.




