
Jean-Baptiste Camille Corot · PD
Agostina
Details
Die Geschichte
Am 29. April 1878 kam dieses Bild im Pariser Auktionshaus Hôtel Drouot unter den Hammer. Eingeliefert hatte es Jean-Baptiste Faure, der gefeierte Bariton der Pariser Oper, der auch moderne Malerei sammelte. Corot hatte es 1866 gemalt, nach einem italienischen Modell namens Agostina, das vermutlich aus der ländlichen Gegend um Rom nach Paris gekommen war. Drei Jahre vor der Auktion, kurz nach Corots Tod, hing es in der Gedächtnisausstellung an der École des Beaux-Arts, damals noch unter dem schlichten Titel „Studie einer Frau“. Im Herbst 1909 war es wieder zu sehen, nun nach dem Modell benannt, in einer Schau des Salon d'Automne, die ganz Corots Figurenbildern galt. Picasso und Braque besuchten sie, und die Kunstgeschichte bringt ihre Frauen mit Mandolinen aus dem folgenden Jahr mit dieser Begegnung in Verbindung. Agostina steht frontal vor uns, eine Hand auf einer niedrigen Mauer, in blauen Ärmeln, mit bestickter Schürze und Ketten aus Korallen und Perlen, hinter ihr ein Städtchen am Hang.




