
Wassily Kandinsky · PD
Allerheiligen I
Details
Die Geschichte
Im Juli und August 1911 nahm sich Kandinsky dasselbe Motiv mehrfach vor: Allerheiligen, die Versammlung der Heiligen unter einem riesigen Engel mit Posaune. Es gibt das Bild als Hinterglasmalerei, als Farbholzschnitt und, wie hier, in Öl und Gouache auf Karton.
Die Anregung kam aus der oberbayerischen Volkskunst. Kandinsky und Gabriele Münter sammelten Hinterglasbilder und Votivtafeln aus der Gegend, und was ihn daran überzeugte, war ihre naive Kraft und ihr Verzicht auf jede räumliche Logik. Dazu kamen Erinnerungen an russische Volkskunst und altdeutsche Buchillustrationen, aus denen der posaunende Engel stammt.
Die Heiligen sind noch zu erkennen. Der heilige Georg reitet, eine Heilige trägt eine Kerze, links steht eine Burg wie der Kreml unter einer leuchtenden Sonne, rechts liegt Dunkelheit mit Mondsichel und Kreuz. Das Bild gehört zur Stiftung Gabriele Münters, die dem Lenbachhaus 1957 ihren Bestand an Werken Kandinskys übergab.




