
Wassily Kandinsky · PD
Allerheiligen II
Details
Die Geschichte
Kandinsky stammte aus Moskau und lebte in Bayern, und 1911 brachte er beide Welten in einem Bild vom Ende der Zeiten zusammen. Die Figuren tragen kräftige schwarze Umrisse, ganz in der Art der volkstümlichen Hinterglasmalerei. Die Deutungen der Forschung lesen sich wie ein Heiligenkalender zweier Länder. In der Mitte stehen drei Heilige mit ausladenden Gesten, vielleicht die Kirchenväter Basilius, Gregor und Johannes Chrysostomos. Die weibliche Halbfigur davor gilt als heilige Walburga, die in Bayern als Schutzpatronin verehrt wird. Über einer Gruppe von Gläubigen mit Kerzen reckt der heilige Wladimir die Arme, der Fürst, der die Rus taufen ließ. Noch höher fährt der Prophet Elias im Feuerwagen gen Himmel, gezogen von drei weißgoldenen Rössern. Dieses Dreigespann hat Kandinsky nicht mehr losgelassen. In vielen späteren abstrakten Bildern lebt es nur noch als drei gebogene Linien fort, als sogenanntes Troika-Motiv.




