Allerheiligen I

Allerheiligen I


Details

Jahr
1911
Technik
Tusche, Öl, Gold- und Silberbronze hinter Glas, im originalen bemalten Rahmen
Gattung
Gemälde
Maße
34,5 × 40,5 cm

Die Geschichte

Über allen anderen bläst auf diesem Glasbild ein riesiger Engel in eine gelbe Posaune. Das Lenbachhaus führt ihn auf Illustrationen in altdeutschen Büchern zurück, ein Vorbild, das Kandinsky hier mit der bayerischen Votivmalerei und mit Erinnerungen an die russische Volkskunst mischte. Unter dem Engel drängen sich die Heiligen, ohne Rücksicht auf Größenverhältnisse und Raum. Eine Heilige trägt eine brennende Kerze. Das große Paar, das sich umschlungen hält, könnten Boris und Gleb sein, die fürstlichen Märtyrer der russischen Kirche, vielleicht aber auch Kosmas und Damian, die in Bayern verehrten Arztheiligen. Das Museum lässt beide Deutungen stehen. Das Bild teilt sich in Hell und Dunkel. Links strahlt eine Kremlstadt auf ihrem Hügel unter rotglühender Sonne, rechts herrschen Nacht und ein dunkler Mond, und dort ragt das Bild des Gekreuzigten auf. Außerdem setzte Kandinsky kleine Zeichen der Erlösung hinein, eine Taube über der Arche Noah, einen Schmetterling und einen Phönix.

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