Artemis Braschi

Artemis Braschi


Details

Künstler
Unbekannter römischer Bildhauer (Kaiserzeit)
Jahr
50
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Als diese Statue um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. in Rom entstand, lag die archaische Kunst der Griechen schon mehr als 500 Jahre zurück. Der Bildhauer griff bewusst auf sie zurück, um der Göttin ein altertümliches, ehrwürdiges Aussehen zu geben.

Das Museum zerlegt seine Anleihen Stück für Stück. Der Kopfputz und die aufrechte Haltung mit den durchgedrückten Knien verweisen auf die archaische Kunst des 6. Jahrhunderts v. Chr. Die steifen Locken, die auf die Brust fallen, gehen auf spätarchaisch-frühklassische Werke zurück. Der Kopf mit der leichten Wendung zu ihrer Rechten folgt der frühen Klassik des 5. Jahrhunderts. Und das dünne Gewand, das eine Bö an den Körper presst, während die Säume flattern, findet sich ganz ähnlich an Skulpturen um 400 v. Chr. Das Museum sieht in der Statue deshalb eine römische Schöpfung im alten Stil, zusammengesetzt aus Zitaten mehrerer Jahrhunderte.

Artemis schreitet leicht aus, mit dem Köcher auf dem Rücken, Diadem und Schleier auf dem Kopf, und an ihrem rechten Bein springt ein Rehkitz hoch. Gefunden wurde sie 1793 bei Grabungen im Auftrag von Kardinal Braschi, einem Neffen Papst Pius' VI., in einer antiken Villa nahe Rom, und am Gewand haften noch Reste roter Farbe.

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