
Askese und Lebensfreude
Details
Die Geschichte
Buchser nannte dieses Bild eines seiner Hauptwerke, und man sieht ihm den Ehrgeiz an. Er verlegt die Szene in einen Schweizer Hochsommer, oben auf einer Hochebene mit den Alpen im Hintergrund, mitten in die Ernte: Schnitter mähen das Korn, Fuhrwerke laden die trockenen Halme. In diesen gewöhnlichen Arbeitstag schickt er zwei gegenläufige Züge. Der Strasse entlang zieht eine Reihe von Franziskanermönchen, die Köpfe im Gebet gesenkt. Ihnen entgegen reitet ein junges Liebespaar, gemächlich und ganz miteinander beschäftigt. Askese und Lebenslust, so heisst das Bild, und Buchser stellt beide als zwei Wege ins Leben nebeneinander, ein altes Gleichnis, das die Pariser Salonmalerei gern als Urteil des Paris inszenierte. 1866 schickte er das Werk in den Pariser Salon und im Jahr darauf an die dortige Weltausstellung. Etwas abseits rasten zwei Mädchen mit Blumen im Haar am Wegrand, und eines blickt einem jungen Mönch nach, der vorübergeht.