
Bilingue Amphora des Andokides mit Herakles und Kerberos
Details
Die Geschichte
Diese Amphora entstand um 515 bis 510 v. Chr. in Athen, gefunden wurde sie aber in Italien, in Vulci, einer Stadt der Etrusker, die bemalte athenische Keramik in großen Mengen kauften und oft ihren Toten mit ins Grab gaben. Schon in der Antike hielt man sie für wert, repariert zu werden. Ein Loch unten am Gefäßkörper nahm einst eine Bleiklammer auf, und der Fuß wurde bereits damals ausgebessert. Eine unter dem Fuß eingeritzte Marke steht im Louvre-Katalog der etruskischen und italischen Inschriften.
Die beiden Seiten sind in zwei verschiedenen Techniken bemalt. Auf der rotfigurigen Seite, die dem Andokides-Maler zugeschrieben wird, kniet Herakles mit einer Kette und streckt die Hand nach Kerberos aus, dem zweiköpfigen Hund, der die Unterwelt bewacht und den er als letzte seiner Arbeiten fortschaffen soll. Hinter ihm steht Athena, und eine dorische Säule bezeichnet das Haus des Hades. Auf der anderen, schwarzfigurigen Seite hält Dionysos einen Weinbecher inmitten musizierender Satyrn, bei ihm eine Frau, vielleicht Ariadne, und diese Seite gibt der Louvre dem Lysippides-Maler. Das Museum erwarb die Vase 1836.