Knabe mit der Gans

Knabe mit der Gans


Details

Künstler
Unbekannter römischer Bildhauer (Kaiserzeit)
Jahr
150
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Um 182 n. Chr. ließ Kaiser Commodus zwei Brüder aus der Familie der Quintilier hinrichten, beide frühere Konsuln, und ihre große Villa an der Via Appia südlich von Rom ging an den Kaiser. Aus dieser Villa stammt die Gruppe. Sie ist eine römische Kopie des 2. Jahrhunderts n. Chr. nach einem griechischen Bronzeoriginal um 220 v. Chr.

Ein Junge von etwa drei Jahren, so schätzt ihn das Museum, hat den Hals einer Gans mit beiden Armen umschlungen. Um sein Gewicht einzusetzen, lehnt er sich zurück und stemmt sich breitbeinig gegen den Boden, und auch die Gans setzt ihre Füße weit auseinander und hält dagegen. Ob ein Kleinkind eine ausgewachsene Gans wirklich so packen könnte, bezweifelt das Museum, und erst recht, dass ihm das lange Freude machte, sobald sich das Tier herauswände und mit dem Schnabel zuhackte. Solche Spannungen zwischen Wirklichkeit und Erfindung liebte die hellenistische Kunst. Die Pose erinnert an den Kampf des Herakles mit dem Nemeischen Löwen, das heitere Gesicht des Kleinen verrät dagegen, dass man die Sache nicht allzu ernst nehmen soll.

In Bronze kam die Gruppe ohne Hilfe aus. Die Stütze zwischen Knabe und Gans wurde erst bei der Wiederholung in Marmor nötig.

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