
Kapitolinische Venus
Details
Die Geschichte
Der römische Schriftsteller Plinius der Ältere erzählt, der Athener Bildhauer Praxiteles habe im 4. Jahrhundert v. Chr. zwei Statuen der Aphrodite geschaffen und beide zugleich zum Kauf angeboten. Die Bewohner der Insel Kos wählten die bekleidete, weil sie ihnen sittsamer erschien. Die nackte ging nach Knidos, einer Stadt an der Küste Kleinasiens, und wurde so berühmt, dass Reisende eigens hinsegelten, um sie zu sehen.
Diese verlorene Aphrodite von Knidos ist die Ahnherrin der leicht überlebensgroßen Marmorfigur. Die Göttin ist eben aus dem Bad gestiegen, beugt sich ein wenig vor und bedeckt mit den Armen Brust und Schoß, das Haar zu einem hohen Knoten gebunden. Das Museum spricht von einer Variante der sogenannten Venus pudica. Von dieser Fassung sind rund 100 Wiederholungen bekannt, so viele, dass sie einem ganzen Typus den Namen gab, der Kapitolinischen Venus. Das Museum hält es für möglich, dass diese hier zu den frühesten und getreuesten gehört und einst eine erlesene kaiserliche Anlage schmückte.
Gefunden wurde sie zwischen etwa 1666 und 1670 bei der Kirche San Vitale auf dem Viminal, und Papst Benedikt XIV. kaufte sie und schenkte sie 1752 dem Kapitol. Sie steht allein in der Mitte eines kleinen achteckigen Raums.




