
Schlagschatten
Details
Die Geschichte
Das Licht kommt von unten, von einer Lampe außerhalb des Bildes, und 1891 konnte das eine Gaslampe sein oder vielleicht schon elektrisches Licht. Friant wirft damit die Schatten des Paares hoch auf eine helle, geblümte Tapete. Der junge Mann sitzt, blickt zu der Frau hinauf und hält ihre Hand. Sie steht schwarz gekleidet neben ihm, die Augen gesenkt, von ihm abgewandt. Die Umrisse an der Wand halten sich nicht ganz an die Gesetze der Optik. Ihrer ist in die Länge gezogen, seiner geschrumpft, und zwischen den Schattenköpfen klafft ein größerer Abstand als zwischen den wirklichen Köpfen. Sie erinnern an eine Geschichte des römischen Autors Plinius, in der eine junge Frau in Korinth den Umriss vom Schatten ihres scheidenden Geliebten an eine Wand zeichnet. Friant zeigte das Bild noch im selben Jahr im jüngeren der beiden Pariser Salons, auf dem Champ-de-Mars.
