
Edvard Munch · PD
Chemie
Details
Die Geschichte
„Die verborgenen Energien, die Werkstatt von Feuer und Wärme“, so beschrieb Munch, wofür dieses Gemälde stehen sollte. Ein junger nackter Mann gießt aus einem grünen Gefäß in eine Schale, die ihm eine junge Frau entgegenhält. Der Rauch steigt auf und formt sich zu winzigen, embryoartigen Gestalten, für den Maler ein Augenblick, der in die Zukunft weist. Das Bild entstand zwischen 1914 und 1916 für die Aula der Universität Oslo, und frühere Fassungen des Motivs, begonnen um 1909, besitzt heute das Munch-Museum. Es waren die ersten Jahre des Ersten Weltkriegs. Norwegen blieb neutral, anderswo wurde die Chemie zur Waffe, und im April 1915 setzte das deutsche Heer bei Ypern Chlorgas gegen die gegnerischen Schützengräben ein. Am unteren Bildrand stehen zwei bauchige Glaskolben.




