
Wassily Kandinsky · PD
Entwurf 2 zu Komposition VII
Details
Die Geschichte
Im Herbst 1913 bereitete Kandinsky sein bis dahin größtes Bild vor, die zwei mal drei Meter große „Komposition VII“, heute in der Tretjakow-Galerie in Moskau. Mindestens 21 Zeichnungen und Aquarelle und sechs größere Ölstudien gingen ihr voraus, und dies ist eine der sechs. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein strudelndes Chaos. Farben von unterschiedlicher Dichte und Tiefe schweben voreinander, ballen sich und werden von bunten und schwarzen Linienbündeln überlagert. Eines stand allerdings von Anfang an fest. In den vielen Entwürfen liegt in der Mitte stets derselbe konzentrische Farbkreis, durchkreuzt von zwei Linien. Ein anderes Detail gehört nur diesem Entwurf, eine matte, leere Zone am unteren Bildrand. In der Moskauer Endfassung zieht der Sog dort trichterförmig nach unten, und in der linken unteren Ecke taucht deutlich ein Ruderboot auf, ein Hinweis auf die Motive von Sintflut und Weltgericht, die hinter der ganzen Bildfolge stehen.




