
Kultstatue Amenophis’ I.
Details
Die Geschichte
Wer in Deir el-Medina, dem Dorf der Königsgrabarbeiter, in ramessidischer Zeit um ein Haus stritt oder einen Diebstahl anzeigen wollte, konnte sich an einen König wenden, der seit mehr als 200 Jahren tot war. Amenophis I. regierte nach den Daten des Museums etwa von 1514 bis 1494 v. Chr. Nach seinem Tod wurde er zum Schutzherrn der thebanischen Nekropole und besonders dieses Dorfes, und sein Bild sprach Orakel. An Festtagen trugen Priester seine Statue in einer Sänfte hinaus, man legte ihr seinen Fall vor, und ihre Bewegungen galten als Antwort. Ein Ruck nach vorn hieß ja, ein Schritt zurück nein. Auf Papyri und Kalksteinscherben sind solche Entscheidungen festgehalten.
Diese Kalksteinfigur entstand für den späteren Kult. Das Museum datiert sie an ihrem Gesicht in die Ramessidenzeit, an den großen Augen, den vollen Wangen und der gebogenen Nase, wie sie die Bildhauer jener Epoche gestalteten. Die Haut ist weiß bemalt statt im üblichen Rot, vermutlich um kostbaren ägyptischen Alabaster nachzuahmen.




