Bildostrakon: Dienerin reicht ihrer Herrin einen Spiegel

Bildostrakon: Dienerin reicht ihrer Herrin einen Spiegel


Details

Künstler
Unbekannter ägyptischer Künstler (Ramessidenzeit)
Museum
Louvre
Jahr
-1182
Technik
Zeichnung und Malerei auf Kalkstein
Gattung
Malerei
Maße
14,5 × 11,2 cm

Die Geschichte

Dieser handgroße Kalksteinsplitter stammt aus Deir el-Medina, dem Dorf am Westufer von Theben, in dem die Handwerker mit ihren Familien lebten, die die Königsgräber im Tal der Könige aus dem Fels schlugen und ausmalten. Kalksteinsplitter lagen dort überall herum und kosteten nichts, und in der Ramessidenzeit, im 13. bis 11. Jahrhundert vor Christus, nutzten die Dorfbewohner sie wie Schmierpapier für Notizen, Abrechnungen und Skizzen. Auf diesem ist eine Szene unter Frauen zu sehen. Eine Mutter sitzt und stillt ihr Kind, vor ihr reicht ein junges nacktes Dienstmädchen, das nur einen Gürtel trägt, einen Spiegel und ein Röhrchen mit Kajal. Ranken einer Winde rahmen die Szene. Aus dem Dorf sind viele solcher Ostraka mit Frauen und Säuglingen in ähnlicher Umgebung erhalten, und die Ägyptologen streiten bis heute, ob sie den häuslichen Alltag zeigen oder Riten rund um die Geburt. Der Splitter gehörte einst dem Landwirtschaftsmuseum Fuad I. in Kairo und kam 1952 als Schenkung in den Louvre.

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