
Franz Marc · PD
Reh im Walde II
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Die Geschichte
Wie sieht ein Pferd die Welt, fragte Franz Marc, oder ein Adler, ein Reh, ein Hund. Wie armselig sei unsere Konvention, Tiere in eine Landschaft zu setzen, die unseren Augen gehört, statt sich in die Seele des Tieres zu versetzen. In diesem Bild von 1912 versucht er genau das. In einer Mulde zwischen rötlichen Facetten des Waldbodens liegt ein gelbes Reh zusammengekauert und schläft, den Kopf an den Leib geschmiegt. Darüber dringt nachtblau der Himmel ein, weiße Zweige wehen herab, und quer vor die Tiefe schiebt sich der schwarze Stamm eines Baumes. Es ist die zweite Fassung. Die erste hatte Marc im Sommer 1911 gemalt und im Dezember auf der ersten Ausstellung des Blauen Reiter gezeigt. Diese hier kaufte der Berliner Sammler Bernhard Koehler.




