Trunkene Alte

Trunkene Alte


Details

Künstler
Unbekannter römischer Bildhauer (Kaiserzeit)
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

In den Generationen nach Alexander dem Großen wandten sich griechische Bildhauer immer öfter Menschen zu, die die ältere Kunst kaum gezeigt hatte, Kindern und Bauern, Alten und Verbrauchten. Diese Frau sitzt mit angezogenen Knien am Boden und umklammert eine große, mit Efeu verzierte Weinflasche, das faltige Gesicht nach oben gewandt, den Mund geöffnet. Das Museum bezeichnet die Statue als Kopie eines hellenistischen Originals, und sein Saaltext setzt dieses Original vermutlich ins 3. Jahrhundert v. Chr.

Die Flasche ist eine Lagynos. Nach diesem Gefäß hieß ein Fest, das König Ptolemaios IV. in Alexandria stiftete, die Lagynophoria, bei dem jeder Gast aus einer selbst mitgebrachten Flasche trank, und deshalb vermuten manche Forscher das Original in Alexandria. Andere sehen in der Figur eine Weihgabe für Dionysos, den Gott des Weines, dem der Efeu heilig war. Wen sie darstellen sollte, eine Amme oder vielleicht eine alt gewordene Hetäre, ist bis heute umstritten.

Diese Kopie wurde 1620 bei der Kirche Sant'Agnese an der Via Nomentana gefunden und gelangte über die Sammlungen zweier römischer Familien, erst der Verospi, dann der Ottoboni, aufs Kapitol. Die andere bekannte römische Kopie, die Münchner „Trunkene Alte“, steht in der Glyptothek.

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