Epitaphios des Abtes Siluan

Epitaphios des Abtes Siluan


Details

Jahr
1437
Technik
Seidenstickerei mit Silber- und vergoldetem Silberfaden sowie Perlen auf Seide
Maße
156 × 240 cm

Die Geschichte

Ein Epitaphios wie dieses wurde am Karfreitag in einer Prozession getragen und dann ausgebreitet, als Grabtuch Christi, das die Gläubigen verehrten. Daher die Größe von etwa zweieinhalb Metern Länge. Gestiftet hat es 1437 Siluan, Abt des Klosters Neamț im Norden des Fürstentums Moldau, und sein Name steht in der gestickten Inschrift am Rand. Das Land war damals unruhig. Fünf Jahre zuvor war Fürst Alexander der Gute gestorben, und zwei seiner Söhne hatten ihren Streit um den Thron gerade beigelegt, indem sie das Land unter sich aufteilten. Gestickt haben das Tuch die Mönche in der Werkstatt ihres eigenen Klosters, mit farbiger Seide, Silber- und vergoldetem Faden, die Umrisse mit kleinen Perlen nachgezogen. Christus liegt auf einer Platte, die das Museum den roten Stein von Ephesus nennt. Maria sitzt an seinem Kopf und neigt sich ganz nah zu ihm herab, fünf Engel umgeben die Szene, und in den Ecken stehen die Symbole der vier Evangelisten. Zu Christi Füßen hebt eine trauernde Frau beide Hände zum Haar, an der Stelle, an der in solchen Darstellungen oft Johannes steht. Neun Jahre zuvor hatte der Metropolit der Moldau ein Epitaphios bestellt, das wohl in Konstantinopel gefertigt wurde und im Zweiten Weltkrieg verloren ging. Siluans Tuch ist damit das früheste datierte Epitaphios aus der Moldau, das erhalten ist.

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