Esquilinische Venus

Esquilinische Venus


Details

Künstler
Unbekannter römischer Bildhauer (Kaiserzeit)
Technik
parischer Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

1874 war Rom erst seit drei Jahren Hauptstadt des neuen Königreichs Italien, und auf dem Esquilin wurde für die Mietshäuser der wachsenden Stadt gegraben. Die Arbeiten führten durch die Horti Lamiani, Gärten, die schon unter Tiberius in kaiserlichen Besitz gekommen waren, nahe der heutigen Piazza Vittorio. Dort kam diese junge Frau ans Licht. Sie steht nackt da und bindet sich ein Band ums Haar. Die Arme fehlen, doch die Finger der linken Hand liegen noch am Hinterkopf.

Wer sie ist, ist bis heute offen. Neben ihr steht auf einer Kiste voller Rosen eine Vase, um die sich eine Kobra windet. Diese Attribute gehören sowohl zu Aphrodite als auch zur ägyptischen Göttin Isis, und so wurde sie zunächst als Isis-Aphrodite veröffentlicht. Anders als andere Aphroditestatuen trägt sie Sandalen, was manche an eine ganz andere Frau denken ließ. In jüngerer Zeit hat man sie mit Münzbildnissen Kleopatras verglichen, die die Königin im Profil zeigen, das Haar im Nacken gesammelt und von einem Band gehalten. Das Saalschild des Museums nennt nur die frühe Kaiserzeit, sein eigenes Informationsblatt aber setzt die Statue in die zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr., vielleicht in die Jahre, die Kleopatra mit Caesar in Rom verbrachte.

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