
Diego Velázquez, Female Figure (Sibyl with Tabula Rasa), 1648. Wikimedia Commons. · PD
Weibliche Figur (Sibylle mit Tabula rasa)
Details
Die Geschichte
Es ist eines der Rätsel des späten Velázquez, und niemand weiß, wer die Frau ist. Man nennt sie meist eine Sibylle, eine antike Seherin, weil sie an eine andere Gestalt erinnert, die der Maler Jahre zuvor mit einer Tafel in der Hand geschaffen hatte. Hier steht sie im Profil, einen Finger auf einer Schiefertafel, auf der rein gar nichts geschrieben steht, eine Tabula rasa. Das Haar offen, einzelne Strähnen auf dem bloßen Hals, die Lippen leicht geöffnet, als wolle sie gleich sprechen. Die kleine Leinwand blieb wohl unvollendet, und vielleicht wirkt sie deshalb so lebendig, in perlweißen Tönen und lockerem Strich hingesetzt, den Velázquez vor Tizian in Italien gelernt hatte. Er malte sie um 1648, als er Hofmaler Philipps IV. in Madrid war.




