
Geißelung
Details
Die Geschichte
In Fabriano in den Marken nahm die Bruderschaft der Raccomandati ausgesetzte Kinder auf und geißelte sich zur Buße öffentlich selbst. Anfang der 1480er Jahre ließ sie bei Luca Signorelli die Fahne malen, die sie in der Prozession mitführte, auf beiden Seiten bemalt. Vorn war die stillende Maria zu sehen. Dies ist die Seite, die zeigte, was die Brüder mit sich selbst taten. Christus ist an eine Säule gebunden, die genau in der Mitte der Perspektive steht, umgeben von klassischer Architektur, und die Schläger sind mit jener harten, nervösen Linie gezeichnet, wie man sie damals in Florenz zog.
Signorelli signierte als Luca aus Cortona und setzte kein Datum darunter, weshalb die Datierung bis heute um ein Jahrzehnt schwankt. 1811, nach der napoleonischen Aufhebung der Bruderschaften, kam die Fahne ohne Rahmen und bereits in zwei Tafeln zerlegt in die Brera. Seither wird diese Seite als eigenes Gemälde geführt, unter der Inventarnummer 327-347.




