
Grabstele des Katagraphos
Details
Die Geschichte
Diese Kalksteinstele, etwa zwei Drittel Meter hoch, ist wie eine kleine Tempelfront gestaltet. Zwei kannelierte ionische Pilaster tragen einen Giebel mit Eierstab, und das Feld dazwischen blieb glatt für die Grabinschrift. Eingemeißelt wurde sie nie. Man malte sie in roter Farbe auf eine Stuckschicht, auf Griechisch, und sie nennt den Verstorbenen, Katagraphos, einen Paidagogos. So hieß in griechischen und römischen Haushalten der Sklave oder Freigelassene, der die Söhne der Familie zur Schule und zurück begleitete, ihre Sachen trug und auf ihr Benehmen achtete. Entstanden ist der Stein im 3. oder 4. Jahrhundert nach Christus, vermutlich in Sidon an der Küste des heutigen Libanon. Die alte phönizische Stadt stand damals unter römischer Herrschaft und schrieb ihre Grabinschriften griechisch. Die Stele stammt aus der Sammlung von Louis De Clercq, einem französischen Sammler des 19. Jahrhunderts, der Altertümer aus der Levante zusammentrug. Sein Enkel schenkte 1967 einen großen Teil davon dem Louvre, unter der Bedingung, dass die Stücke ausgestellt werden. Formal gehört sie der Abteilung für Altorientalische Kunst, die sie an die griechisch-römischen Säle verleiht.




