Grabrelief der Mnesarete

Grabrelief der Mnesarete


Details

Künstler
Unbekannter griechischer Bildhauer (Klassik)
Jahr
-380
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Um 380 v. Chr. stellte eine Familie in Attika, dem Umland Athens, diesen hohen Marmorstein über dem Grab einer jungen Frau auf. Die Inschrift am Gebälk nennt sie Mnesarete, Tochter des Sokrates. Der Philosoph Sokrates war rund 20 Jahre zuvor in Athen hingerichtet worden. Gemeint ist ein anderer Träger des verbreiteten Namens, von dem sonst nichts bekannt ist. Die Kinder des Philosophen waren ohnehin alle Söhne.

Das Epigramm darunter zählt auf, was sie zurückließ. Den Gatten, die Geschwister, die trauernde Mutter, ihr Kind und den unvergänglichen Ruhm großer Tugend. Nun, heißt es, umfängt das Gemach der Persephone, der Herrin der Toten, Mnesarete, die das Höchste an Tugend erreichte.

Sie sitzt auf einem Hocker mit kunstvoll gedrechselten Beinen, die Füße auf einem Schemel, und hebt mit der Rechten leicht den Mantel, als wolle sie ihr Haupt verhüllen. Der Blick ist gesenkt. Vor ihr steht eine Dienerin mit verschränkten Händen, auch sie mit geneigtem Kopf. Die rahmende Architektur rückt beide in einen gemeinsamen Raum. Das Museum weist darauf hin, dass sie doch verschiedenen Sphären angehören, die Magd der Welt der Lebenden, Mnesarete dem Reich der Toten.

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